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MwSt. und digitale Dienste5. März 202516 Min. Lesezeit

Google, Meta, Canva, ChatGPT und MwSt.: Nichtpflichtiger und §7a 2025

Kaufen Sie Google Ads, Meta-Werbung oder SaaS-Tools als MwSt.-Nichtpflichtiger? Wann müssen Sie sich als identifizierte Person registrieren und wie buchen Sie richtig?

Ing. Marián Drozd

Steuerberater, 20+ Jahre Erfahrung

Aktualisiert: Dezember 2025

Worum geht es? Das Problem digitaler Dienstleistungen

Wenn ein slowakischer Unternehmer (MwSt.-Nichtpflichtiger) digitale Dienstleistungen von ausländischen Unternehmen wie Google, Meta, Canva oder OpenAI kauft, entsteht eine Selbstveranlagungspflicht. Viele Unternehmer wissen nichts von dieser Pflicht und riskieren Sanktionen.

Häufiger Fehler

"Ich bin nicht MwSt.-pflichtig, also betrifft mich das nicht" - FALSCH!Wenn Sie Dienstleistungen aus dem Ausland kaufen, können Sie eine Registrierungspflicht nach §7a haben, auch als Nichtpflichtiger.

Typische Dienste:

  • • Google Ads, YouTube Ads
  • • Meta/Facebook/Instagram Ads
  • • Canva, Adobe Creative Cloud
  • • ChatGPT Plus, GitHub Copilot
  • • Slack, Notion, Zapier
  • • Amazon AWS, Microsoft Azure

Warum entsteht die Pflicht?

Bei B2B-Dienstleistungen aus dem Ausland gilt die Regel des Leistungsorts nach dem Sitz des Empfängers. Die Dienstleistung wird in der Slowakei "erbracht" und der slowakische Unternehmer muss die MwSt. abführen.

MwSt.-Pflichtiger vs. Identifizierte Person (§7a)

EigenschaftMwSt.-PflichtigerIdentifizierte Person (§7a)
USt-IDSK + 10 ZiffernSK + 10 Ziffern (gleiches Format)
Berechnet MwSt. an KundenJaNein
VorsteuerabzugsberechtigungJaNein
Selbstveranlagung EU-DiensteJa (mit Abzug)Ja (ohne Abzug = Kosten)

Praktische Szenarien

Szenario 1: Google Ads (Irland)

Situation: Selbstständiger kauft Google Ads für 200 € monatlich. Google Ireland fakturiert ohne MwSt.

Pflichten:

  • • Registrierung als identifizierte Person (vor erstem Kauf)
  • • Selbstveranlagung: 200 € × 23% = 46 € MwSt.
  • • MwSt.-Erklärung und Kontrollbericht einreichen
  • MwSt. 46 € ist Aufwand (kein Vorsteuerabzug)

Szenario 2: ChatGPT Plus (USA)

Situation: Selbstständiger zahlt ChatGPT Plus 20 $/Monat. OpenAI ist in den USA.

Lösung:

  • • USA ist nicht EU → §7a gilt nicht automatisch
  • • Je nach Rechnung/Leistung kann eine Selbstveranlagung (Reverse Charge) relevant sein
  • • Wenn OpenAI VAT berechnet (über EU-Einheit) → MwSt. bereits enthalten
  • Rechnung prüfen - hängt von der konkreten Situation ab

Registrierungs- und Selbstveranlagungsverfahren

1

Registrierung nach §7a

Antrag beim Finanzamt vor dem ersten Empfang der Dienstleistung stellen. Elektronisch über das Portal. Sie erhalten nach der Registrierung eine USt-ID.

2

USt-ID bei Anbietern hinterlegen

Google, Meta, Canva - überall Ihre USt-ID eingeben. Die Anbieter werden keine MwSt. mehr berechnen und Sie versteuern selbst.

3

Monatliche/vierteljährliche Pflichten

Nach Ende des Zeitraums die MwSt.-Erklärung fristgerecht einreichen und die MwSt. in der gleichen Frist zahlen. Der Kontrollbericht ist nur abzugeben, wenn er für Ihre Situation erforderlich ist (siehe Methodik der Finanzverwaltung).

Buchung der Selbstveranlagung (§7a)

Steuerliche Abzugsfähigkeit

Die selbst veranlagte MwSt. (46 € im Beispiel) ist steuerlich abzugsfähiger Aufwand. Sie mindert die Einkommensteuer-Bemessungsgrundlage, da Sie keinen Anspruch auf Vorsteuerabzug haben.

Belegcheckliste

Was für eine mögliche Prüfung aufbewahren:

Quellen und Gesetzgebung

Wissen Sie nicht, ob Sie §7a betrifft?

Wir helfen Ihnen, Ihre Pflichten zu klären und die Buchhaltung richtig einzurichten.

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