MwSt.-Sätze in der Slowakei 2025/2026: Praktischer Leitfaden für Unternehmer
Die MwSt.-Sätze 23/19/5% gelten seit fast einem Jahr. Welche Erfahrungen haben Unternehmer gemacht, welche Fehler sollte man vermeiden und was erwartet uns 2026?
Ing. Marián Drozd
Steuerberater, 20+ Jahre Erfahrung
Übersicht der aktuellen MwSt.-Sätze (gültig seit 1.1.2025)
| Steuersatz | Aktueller Satz | Früher (bis 2024) | Gilt für |
|---|---|---|---|
| Regelsatz | 23% | 20% | Die meisten Waren und Dienstleistungen |
| Ermäßigt | 19% | 10% | Gesetzlich definierte Lieferungen/Leistungen (siehe Anhänge des MwSt.-Gesetzes und Quellen) |
| Super-ermäßigt | 5% | - | Gesetzlich definierte Lieferungen/Leistungen (siehe Anhänge des MwSt.-Gesetzes und Quellen) |
Grundregel (Erinnerung)
Maßgebend ist der Tag der Entstehung der Steuerschuld, nicht das Rechnungsdatum oder das Zahlungsdatum. Bei Waren ist das der Liefertag, bei Dienstleistungen der Tag der Erbringung.
Häufigste Fehler im Jahr 2025
Nach fast einem Jahr der Anwendung der neuen MwSt.-Sätze haben wir die häufigsten Fehler identifiziert, die slowakische Unternehmer machen:
1. Falsche Kategorisierung (5% vs. 19%)
Der ermäßigte bzw. super-ermäßigte Satz gilt nur für Leistungen, die im Gesetz (Anhänge) ausdrücklich genannt sind. Bei Unsicherheit ist es am sichersten, die Einstufung in den offiziellen Quellen (Finanzverwaltung + Gesetzesanhänge) zu prüfen.
2. Falsch korrigierte Rechnungen
Bei Gutschriften zu Rechnungen aus 2024 muss der ursprüngliche Steuersatz(20% bzw. 10%) verwendet werden, nicht der aktuelle. Dies wird häufig vergessen.
3. Nicht aktualisierte Kassensysteme
Einige E-Shops und stationäre Geschäfte haben zu Beginn des Jahres 2025 vergessen, die Steuersätze in ihren Kassen zu aktualisieren. Dies führte zu fehlerhaften Kassenbelegen.
4. Probleme mit Festpreisverträgen
Unternehmen mit "inkl. MwSt."-Preisen in Verträgen mussten ungeplante Preiserhöhungen durchführen oder die MwSt.-Differenz selbst tragen.
Praktische Tipps aus der Praxis
Tipp 1: Checkliste für 5%-Produkte erstellen
Erstellen Sie eine Warenliste mit 5% MwSt. und vergleichen Sie regelmäßig mit der offiziellen Liste der Finanzverwaltung. Die Grenzen sind manchmal nicht intuitiv.
Tipp 2: Verträge in Netto + MwSt. anpassen
Für das Jahr 2026 empfehlen wir, Verträge auf "Preis netto + MwSt. zum jeweils geltenden Satz" umzustellen. So sind Sie bei möglichen Steuersatzänderungen abgesichert.
Tipp 3: Regelmäßige Softwareprüfung
Überprüfen Sie vierteljährlich, ob Ihr Buchhaltungs- und Kassensystem die aktuellen Steuersätze korrekt anwendet. Fehler werden oft erst bei der Steuererklärung entdeckt.
Übersicht der Warenkategorien
5% MwSt.
Gilt nur für Positionen, die im Gesetz ausdrücklich genannt sind. Die Einstufung hängt oft von der genauen Beschreibung und Wareneinreihung ab, daher immer anhand der offiziellen Listen/Anhänge prüfen.
19% MwSt.
Gilt für gesetzlich definierte Lieferungen/Leistungen. Bei gemischten Umsätzen (mehrere Positionen mit unterschiedlichen Sätzen) müssen die Positionen in der Kasse/Fakturierung sauber getrennt werden.
23% MwSt.
Regelsatz für die meisten Lieferungen und Leistungen, die nicht unter eine ermäßigte Kategorie fallen.
Richtige Vorgehensweise bei Gutschriften
Tabelle „Wenn – Dann"
| Situation | Anzuwendender Steuersatz |
|---|---|
| Gutschrift 2025 zu Rechnung aus 2024 | 20% (ursprünglicher Satz) |
| Gutschrift 2025 zu Rechnung aus 2025 | 23% (aktueller Satz) |
| Reklamation von Waren aus 2024, Bearbeitung 2025 | 20% (Zeitpunkt der Lieferung) |
Ausblick 2026
Erwartete Änderungen
Für das Jahr 2026 werden keine wesentlichen Änderungen der MwSt.-Sätze erwartet. Mögliche Anpassungen könnten die Kategorisierung bestimmter Waren betreffen:
- • Mögliche Erweiterung der 5%-Kategorie um weitere Grundnahrungsmittel
- • Diskussion über Senkung der MwSt. auf Energie und Heizung
- • Harmonisierung mit EU-Richtlinien für digitale Dienstleistungen
Empfehlung zum Jahresende 2025
Überprüfen Sie Ihre MwSt.-Einstellungen, aktualisieren Sie Verträge und bereiten Sie sich auf die Steuererklärung für 2025 vor. Bei Fragen zu komplexen Fällen empfehlen wir eine professionelle Beratung.
Quellen und Gesetzgebung
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