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Unternehmensbesteuerung25. Juni 202514 Min. Lesezeit

Verrechnungspreise 2025: Praktischer Leitfaden für kleine GmbHs

Haben Sie einen Gesellschafter, der gleichzeitig Angestellter ist? Fakturieren Sie Dienstleistungen an verbundene Unternehmen? Erfahren Sie, wann und wie Sie Verrechnungspreise dokumentieren müssen.

Ing. Marián Drozd

Steuerberater, 20+ Jahre Erfahrung

Aktualisiert: Dezember 2025

Was sind Verrechnungspreise?

Verrechnungspreise (Transfer Pricing) ist der Prozess der Preisfestsetzung bei Transaktionen zwischen verbundenen Personen. Ziel ist es sicherzustellen, dass die Preise marktüblichen Bedingungen entsprechen - dem Fremdvergleichsgrundsatz(arm's length principle).

Warum ist das wichtig?

Wenn die Preise zwischen verbundenen Personen nicht marktüblich sind, kann das Finanzamt die Steuerbemessungsgrundlage anpassen und Steuern einschließlich Strafen nacherheben. Bei Prüfungen wird die Dokumentation automatisch angefordert.

Wer sind verbundene Personen?

Nahestehende Personen

  • • Ehepartner
  • • Verwandte in gerader Linie (Eltern, Kinder)
  • • Geschwister
  • • Personen in familienähnlichem Verhältnis

Wirtschaftlich verbundene Personen

  • • Anteil am Stammkapital oder Stimmrechten ≥ 25%
  • • Gemeinsames Leitungsorgan
  • • Beherrschende und beherrschte Person
  • • Anderweitig nachweisbare Verbindung

Beispiel aus der Praxis

Herr Novák besitzt 100% einer GmbH und ist gleichzeitig Geschäftsführer. Seine Ehefrau arbeitet als Buchhalterin in derselben Firma. Beide Beziehungen (Geschäftsführer + Firma, Ehefrau + Firma) sind kontrollierte Transaktionen und unterliegen den Verrechnungspreisregeln.

Dokumentation der Verrechnungspreise

TypWann anzuwendenInhalt
VerkürztInländische Transaktionen bis 10 Mio. €
Mikro- und kleine Buchungseinheiten
Transaktionsbeschreibung, Methode, Preisbegründung
GrundlegendGrenzüberschreitende Transaktionen
Inländische über 10 Mio. €
+ Funktionsanalyse, Vergleichbarkeitsanalyse
VollständigSteuerpflichtige nach § 17 Abs. 13
APA-Antrag
+ Master File, Country-by-country Reporting

Vereinfachung für kleine GmbHs

Die meisten kleinen Unternehmen kommen mit der verkürzten Dokumentation aus. Bei rein inländischen Transaktionen und Umsätzen bis 10 Mio. € ist keine komplexe Vergleichbarkeitsanalyse erforderlich.

Methoden der Verrechnungspreise

1. Vergleichspreismethode (CUP)

Vergleich mit Preisen zwischen unabhängigen Personen für vergleichbare Waren/Dienstleistungen. Bevorzugte Methode, wenn vergleichbare Daten verfügbar sind.

2. Wiederverkaufspreismethode (RPM)

Vom Verkaufspreis wird eine angemessene Marge abgezogen. Geeignet für Distributoren.

3. Kostenaufschlagsmethode (Cost+)

Zu den Kosten wird ein angemessener Gewinnaufschlag hinzugefügt. Geeignet für Hersteller und Dienstleister.

4. Gewinnaufteilungsmethode (PSM)

Der Gesamtgewinn wird nach dem Beitrag der einzelnen Parteien aufgeteilt.

5. Transaktionsbezogene Nettomargenmethode (TNMM)

Vergleich des Nettogewinns mit unabhängigen Unternehmen.

Häufig kontrollierte Transaktionen

Hohes Prüfungsrisiko

  • • Geschäftsführervergütung
  • • Mietverhältnisse mit Gesellschaftern
  • • Darlehen zwischen verbundenen Personen
  • • Managementgebühren
  • • Lizenzgebühren für Marken

Niedrigeres Risiko

  • • Übliche Gehälter der Mitarbeiter (Verwandte)
  • • Wareneinkauf zu Marktpreisen
  • • Dienstleistungen zu üblichen Sätzen

Quellen und Gesetzgebung

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